Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Hobbit
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Hobbits oder Halblinge sind fiktive, 60 bis 120 cm große menschenĂ€hnliche Wesen in der von J. R. R. Tolkien geschaffenen Fantasiewelt Mittelerde. Sie spielen in den Romanen Der Hobbit und Der Herr der Ringe eine tragende Rolle, ebenso in den Verfilmungen Der Hobbit und Der Herr der Ringe von Peter Jackson.cite-ref-1[1] In den ĂŒbrigen Veröffentlichungen Tolkiens werden sie kaum erwĂ€hnt.

Contents

‱ Funktion
‱ Rezeption
‱ Literatur
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Das Wort Hobbit

Tolkien betonte, dass der Name Hobbit ein spontaner Einfall und keine bewusste Konstruktion gewesen sei, und schloss die Möglichkeit nicht aus, dass er in seiner Kindheit dem Wort begegnet sein könnte.

Zwischen der Publikation des Hobbit (1937) und derjenigen der AnhĂ€nge zum Herrn der Ringe (1955) wurden diverse Spekulationen ĂŒber die Herleitung des Namens diskutiert. 1976 fand der Name Eingang in das Oxford English Dictionary. 1977 wurde man auf einen Eintrag hobbit in einer Liste von Fabelwesen in The Denham Tracts, einer Sammlung englischer Folklore aus den 1890er Jahren, aufmerksam. Es gibt allerdings keinen Beweis dafĂŒr, dass Tolkien das Wort (bewusst oder unbewusst) aus dieser Liste bezogen haben könnte.cite-ref-2[2]

Tolkien gibt vor, dass die ErzĂ€hlungen vom Hobbit und vom Herrn der Ringe „Übersetzungen“ aus der – real nie existenten – Sprache der Hobbits seien. Diese Sprache sei von einer Ă€lteren Wurzel, der Sprache des Volks von Rohan, abgeleitet. Die Bezeichnung der Hobbits in ihrer eigenen Sprache sei, so Tolkien, kuduk gewesen, was sich als verschliffene Form vom rohirrischen kĂ»d-dĂ»kan „Höhlenbewohner“ oder „Erdlochbewohner“ ableite. Da Tolkien die Sprache der Hobbits als modernes Englisch wiedergibt, ĂŒbertrĂ€gt er folgerichtig die Sprache der Rohirrim ins Altenglische. KĂ»d-DĂ»kan hieße auf altenglisch holbytla, was dann – im modernen Englisch – zu Hobbit geworden wĂ€re. Der Gedanke der „Übersetzungen“ aus der Hobbitsprache, genauer dem Westron, entstand erst im Verlauf der Entstehung des Herrn der Ringe, spielte im Roman Der Hobbit und fĂŒr den Ursprung des Namens also noch keine Rolle.cite-ref-3[3]

Die Hobbits in Tolkiens Werken

Besonderheiten und Wesenseigenschaften

Hobbits unterscheiden sich von Menschen Ă€ußerlich vor allem dadurch, dass sie nur etwa halb so groß sind wie diese (maximal 1,20 Meter), daher auch der Name „Halbling“. Die Proportionen des Körperbaues entsprechen dabei weitgehend denen eines normal ausgewachsenen Menschen; sie sind in ihrer Statur aber selten stĂ€mmig, was sie wiederum (neben dem fehlenden Bartwuchs) von den Zwergen unterscheidet, die nicht wesentlich grĂ¶ĂŸer als Hobbits sind. Außerdem haben sie behaarte und außergewöhnlich große FĂŒĂŸe mit lederartigen Sohlen und tragen selten Schuhe. Auch deswegen können sich Hobbits nach Belieben fast gerĂ€uschlos fortbewegen. Weitere Merkmale sind lockige Haare sowie charismatische, aber selten wirklich schöne Gesichter. Trotz aller Unterschiede sind Hobbits eine Nebenlinie der Menschen Mittelerdes und tragen damit das gleiche Schicksal wie diese: die Sterblichkeit von Körper und Seele. Allerdings ist ein Alter von 100 Jahren fĂŒr Hobbits nichts Ungewöhnliches, Ă€hnlich wie z. B. heutige Menschen bei einem normalen Lebensverlauf ca. 80 bis 85 Jahre alt werden.

Sie sind ein ruhiges, gemĂŒtliches Völkchen. Daher rĂŒhrt auch ihre oft rundliche Figur und ihre Neigung, Aufregungen gewöhnlich aus dem Weg zu gehen. Viele von ihnen leben traditionell in teils weitverzweigten Höhlen, den „Smials“. In Hobbingen im Auenland sind das meist komfortable Wohnungen mit kreisrunden TĂŒren und Fenstern. Die Liebe zu gutem und hĂ€ufigem Essen und Trinken, das zelebrierte Rauchen des „Pfeifenkrauts“, der angesehene Gartenbau und sorglose Feste sind kennzeichnend fĂŒr das Leben der Hobbits. Sie sind handwerklich geschickt, verwenden aber keine Maschinen, die wesentlich komplizierter als beispielsweise MĂŒhlen sind. Außerdem geht ihre Gelehrsamkeit selten ĂŒber das Wissen um ihren eigenen Stammbaum hinaus, so dass sie nur sehr wenig ĂŒber die LĂ€nder und Völker außerhalb ihrer Grenzen wissen. Sie benehmen sich AuslĂ€ndern gegenĂŒber hĂ€ufig reserviert und halten nicht viel von Hobbits, die freiwillig die weite Welt bereisen und Abenteuer erleben wollen. Die Sprache der Hobbits entspricht dem so genannten Westron, welche als Gemeinsprache der Völker des Westens fungiert. Es gibt leichte Abweichungen, vor allem im Wortschatz, welche noch von ihrer frĂŒhen Sprache herrĂŒhren.

Hobbits gelten als friedfertig, haben nie untereinander gekĂ€mpft, Kapitalverbrechen sind undenkbar. Ihr Kleidungsstil unterscheidet sich erheblich von der restlichen „Mode“ Mittelerdes, da sie gerne knopfreiche, bunte Westen tragen. Kampfkleidung oder gar RĂŒstungen sind kaum im Gebrauch.

Trotz ihres ruhigen Lebensstils gelten Hobbits auch als erstaunlich widerstandsfĂ€hig und furchtlos, wenn sie dann doch in BedrĂ€ngnis geraten, wobei sie vergleichsweise langsam ihren Verletzungen erliegen. Sie zeigen auch eine natĂŒrliche Begabung fĂŒr den Gebrauch von Distanzwaffen, welche Bögen, Schleudern oder einen einfachen Steinwurf per Hand umfassen. Hobbits haben sich nur selten an Kriegen beteiligt; nie versuchten sie LĂ€nder zu erobern oder Völker zu unterjochen oder deren BesitztĂŒmer zu erlangen.

UrsprĂŒnglich gliedern sich die Hobbits in drei StĂ€mme:

‱ Die HarfĂŒĂŸe (engl.: „Harfoots“), mit brauner Haut, meist kleiner gewachsen als die anderen StĂ€mme, aber bei weitem die grĂ¶ĂŸte Gruppe, bevorzugen hĂŒgelige Gegenden oder Hochebenen.
‱ Die Starren (engl.: „Stoors“) sind grĂ¶ĂŸer und stĂ€mmiger, lieben Flusslandschaften, tragen Schuhwerk und leben hĂ€ufiger als die anderen StĂ€mme in HolzhĂ€usern. Einige von ihnen benutzen sogar Boote.
‱ Die FalbhĂ€ute (engl.: „Fallohides“), ein nördlicher Stamm, hellhĂ€utiger, grĂ¶ĂŸer und schlanker als die anderen, haben eine Vorliebe fĂŒr BĂ€ume und WĂ€lder.

Zur Zeit des Ringkriegs leben die drei StÀmme bereits seit Jahrhunderten im Auenland und haben sich teilweise vermischt.

Hobbits im „Auenland“

Nach ihrer großen Wanderung wurde das Auenland die Heimat des Großteils der Hobbits (im englischen Original ist die Bezeichnung Shire, was im Deutschen am ehesten mit Grafschaft oder Gau zu ĂŒbersetzen wĂ€re. Die Übersetzerin Margaret Carroux zog einen anderen Namen vor, aufgrund der Belastung der Bezeichnung „Gau“ wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus). Das hĂŒgelige Auenland befindet sich im Westen von Mittelerde in der Region Eriador und ist zum Bau von Hobbithöhlen gut geeignet. Die Ostgrenze bildet der Fluss Baranduin (von den Hobbits „Brandywein“ genannt), die Westgrenze die Fernen Höhen. Etwa 1400 Jahre vor den Ereignissen im „Herrn der Ringe“ siedelten sie sich dort an. Damals stand das Land noch unter der Herrschaft des Königs von Arnor, der in Fornost residierte. Er erlaubte ihnen, dort zu leben, wenn sie seine Herrschaft anerkannten, seine Boten achteten und die BrĂŒcken und Straßen des Landes instand hielten.

Nachdem die westlichen Reiche der Menschen im Kampf gegen den Hexenkönig von Angmar scheiterten und untergingen, betrachteten die Hobbits das Land als ihr Eigentum. Ihr Leben Ànderte sich dadurch jedoch nicht, da sie stets ein eigenes Verwaltungssystem hatten. Da Hobbits nicht zu Gewalt neigten, hatte es im Auenland vor dem Ringkrieg dreihundert Jahre lang keine Schlacht mehr gegeben.

Das Auenland hat keine Regierung im eigentlichen Sinne; die höchste AutoritĂ€t genießen der sogenannte Thain, der BĂŒrgermeister von Michelbinge und der Herr von Bockland. Die „BĂŒttel“ galten als Polizei, hatten aber tatsĂ€chlich selten etwas zu regeln. Die kleinen Leute ahnten nicht, dass sie von den Abkömmlingen der großen Menschengeschlechter, den Dunedain, jahraus, jahrein behĂŒtet und abgeschirmt wurden.

Die Rolle der Hobbits im „Ringkrieg“

Der Zauberer Gandalf der Graue entdeckte die besonderen FĂ€higkeiten der Hobbits. Er fand heraus, dass die Hobbits vor langer Zeit aus den Gebieten östlich des Flusses Anduin („Langer Fluss“) ĂŒber das Nebelgebirge bis nach Eriador gekommen waren. Selbst den Ents, die alle Lebewesen der Welt kennen, blieben Hobbits lange Zeit unbekannt. Gandalf bemerkte, dass Hobbits besonders charakterstark sind und sich somit fĂŒr heikle Missionen eignen. So widerstand Bilbo Beutlin weitgehend dem Zauber des Drachen Smaug, und er sowie auch sein Neffe Frodo Beutlin und dessen Begleiter Sam Gamdschie schafften es, den Einen Ring zu tragen, ohne dessen magischer Macht völlig zu verfallen.

Funktion

Innerhalb der Werke Tolkiens haben die Hobbits vor allem die Funktion, den Leser in die Geschichten einzufĂŒhren. Sie sind ein eigentlich nicht passender Anachronismus in einer viel Ă€lteren, heroischen und mythisch-mittelalterlichen Welt. So rauchen die Hobbits Pfeifen, leben unspektakulĂ€r in ihrem Auenland und bleiben zunĂ€chst ungestört von den großen Problemen ihrer Zeit. Bilbo, der Protagonist des Romans Der Hobbit, ist zu Anfang Ă€hnlich verwirrt wie der Leser, als er das Auenland verlĂ€sst und diese abenteuerliche Welt betritt. Die Hobbits reprĂ€sentieren also den modernen und hĂ€uslichen Leser, der sich mit ihnen identifizieren kann und mit ihnen gemeinsam die Welt Tolkiens kennenlernt.

So Ă€hnelt die Gesellschaft der Hobbits in vielem dem viktorianischen oder edwardianischen England. Die sozialen Rollen sind klar verteilt: Die Familie Beutlin ist wohlhabend und angesehen, andere Familien wie die Gamdschies hingegen haben einen niedrigeren sozialen Status. Es gibt weder Hochindustrien noch Autos, die die Landschaft zerstören. Schon das englische Wort fĂŒr das Auenland, das spezifisch englische The Shire, weist auf Tolkiens Intention hin. Er assoziierte Shire vor allem mit unberĂŒhrten Landschaften wie der des ihm vertrauten Warwickshire, wo er als Kind einige Jahre in dem Dorf Sarehole gewohnt hatte: „[Ich] lebte wĂ€hrend meiner frĂŒhen Jahre im ‚Auenland‘ in einem vormechanischen Zeitalter“, schrieb er in einem Brief.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5] Die tiefe Verbundenheit der Konzeption des Auenlands mit seiner Heimat England betonte Tolkien immer wieder: „Aber freilich [
] beruht das ‚Shire‘ auf dem lĂ€ndlichen England und auf keinem anderen Land in der Welt“. So wehrte er sich auch vehement, als die englischen Namen der Hobbits und der auenlĂ€ndischen Orte ĂŒbersetzt werden sollten: „Die Toponymie des Shire [
] ist eine ‚Parodie‘ derjenigen des lĂ€ndlichen England, ganz im selben Sinne wie seine Bewohner: beides gehört zusammen, und mit Absicht“.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]

Nicht nur die Landschaft, auch die Eigenarten der Hobbits brachte Tolkien in hohem Maße mit sich selbst in Verbindung:

„Ich bin tatsĂ€chlich selber ein Hobbit (in allem bis auf die GrĂ¶ĂŸe). Ich liebe GĂ€rten, BĂ€ume und Ackerland ohne Maschinen, ich rauche Pfeife, esse gern gute, einfache Sachen (nichts aus dem KĂŒhlschrank) und verabscheue die französische KĂŒche; ich getraue mich, in dieser grauen Zeit dekorative Westen zu tragen. Ich mag Pilze (vom Felde); habe einen sehr einfachen Humor (den sogar meine wohlwollenden Kritiker störend finden); ich gehe spĂ€t zu Bett und stehe spĂ€t auf (wenn möglich). Ich reise nicht viel.“cite-ref-8[8]

Der Hobbit und Mittelerde

Tolkien schrieb am 16. Dezember 1937 in einem Brief an Stanley Unwin, den Inhaber des Verlages George Allen & Unwin, dass die ErzĂ€hlung ĂŒber den Hobbit Bilbo Beutlin zunĂ€chst einmal eine Komikgeschichte war, wĂ€hrend er Das Silmarillion als Teil seiner Mythologie konzipiert habe, in die er diese Geschichte spĂ€ter am Rande integrierte und im Roman der Herrn der Ringe ausbaute.

“My chief joy comes from learning that the Silmarillion is not rejected with scorn. I have suffered a sense of fear and bereavement, quite ridiculous, since I let this private and beloved nonsense out; and I think if it had seemed to you to be nonsense I should have felt really crushed. [
] But I shall certainly now hope one day to be able, or to be able to afford, to publish the Silmarillion! [
] I think it is plain that quite apart from it, a sequel or successor to The Hobbit is called for. [
] But I am sure you will sympathize when I say that the construction of elaborate and consistent mythology (and two languages) rather occupies the mind, and the Silmarils are in my heart. [
] Mr Baggins began as a comic tale among conventional and inconsistent Grimm’s fairy-tale dwarves, and got drawn into the edge of it – so that even Sauron the terrible peeped over the edge. And what more can hobbits do? They can be comic, but their comedy is suburban unless it is set against things more elemental. But the real fun about orcs and dragons (to my mind) was before their time.”

„Meine grĂ¶ĂŸte Freude ist es zu erfahren, dass das Silmarillion nicht mit Verachtung zurĂŒckgewiesen wurde. Ich empfand einen Anflug von Furcht und Traurigkeit, ziemlich lĂ€cherlich, seit ich diesen privaten und geliebten Unsinn herausgab, und ich denke, wenn es Ihnen als Unsinn erschienen wĂ€re, hĂ€tte es mich erschĂŒttert. [
] Aber jetzt hoffe ich eines Tages in der Lage zu sein, oder es mir leisten zu können, das Silmarillion zu veröffentlichen! [
] Ich denke, es ist klar, dass davon abgesehen, eine Fortsetzung oder ein Nachfolger zu Der Hobbit gefordert werden wird. [
] Aber ich bin sicher, es wird Ihre Sympathie finden, wenn ich sage, dass die Konstruktion einer aufwendigen und konsequenten Mythologie (und von zwei Sprachen) eher vom Geist Besitz ergreifen wird, und die Silmaril sind in meinem Herzen. [
] Herr Beutlin begann als humorvolle Geschichte zwischen konventionellen und inkonsistenten Zwergen aus Grimms MĂ€rchen und wurde bis an ihren Rand gezogen – so dass sogar Sauron der Schreckliche ĂŒber den Rand lugte. Was können Hobbits mehr tun? Sie können komisch sein, aber ihre Komik reicht gerade fĂŒr die Vorstadt, solange sie sich nicht elementaren Dingen entgegenstellt. Aber der wahre Spaß mit Orks und Drachen fand (meiner Meinung nach) vor ihrer Zeit statt.“

–

J. R. R. Tolkien

:

The Letters of J. R. R. Tolkien.

Rezeption

Der riesige Erfolg vor allem des Herrn der Ringe fĂŒhrte zu zahlreichen Adaptionen und letztlich auch mit zur Etablierung eines neuen Genres, der Fantasy. Dabei wurde vor allem Tolkiens Konzeption der Elben (bei den Nachfolgern meist Elfen), Zwerge und Orks ĂŒbernommen, weniger jedoch die Hobbits. Hobbits finden sich trotzdem in diversen Fantasy-Romanen und -Rollenspielen. Hier werden sie fast ausschließlich als Halblinge bezeichnet, da die Bezeichnung „Hobbit“ geschĂŒtzt ist. Inhaber der Lizenzrechte sind die durch Tolkien Enterprises vertretenen Erben Tolkiens. Die Verwendung von „Hobbit“ in der 1. Auflage des durch TSR vertriebenen Rollenspiels Dungeons & Dragons musste nach einem Rechtsstreit zurĂŒckgenommen werden.cite-ref-10[10]

Seit 1978 wird jÀhrlich am 22. September der Hobbit Day gefeiert.

Der von Forschern 2003 auf der indonesischen Insel Flores fossil gefundene Homo floresiensis, eine relativ kleinwĂŒchsige Art der Gattung Homo, wurde in Presse und Öffentlichkeit schon bald als „Hobbit“ bezeichnet.

Der 1982 beschriebene Mooswald-BlĂŒtenflughund erhielt den wissenschaftlichen Namen Syconycteris hobbit aufgrund seiner geringen GrĂ¶ĂŸe und seiner behaarten FĂŒĂŸe.cite-ref-11[11]

Literatur

‱ J. R. R. Tolkien: Der Hobbit. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-423-08559-2.
‱ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Klett-Cotta, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-608-93830-2.

Weblinks

Wiktionary: Hobbit

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Hobbits in der Ardapedia
‱ StammbĂ€ume der Hobbits auf Rodovid

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ „Der Hobbit“ wird verfilmt (Memento vom 21. Februar 2014 im Internet Archive)
cite-note-22. ↑ Marjorie Burns: Tracking the Elusive Hobbit (In Its Pre-Shire Den). In: Tolkien Studies. Band 4, 2007, S. 200–211; Donald O’Brien, On the Origin of the Name ‚Hobbit‘. In: Mythlore. 16, Nr. 2, Winter 1989, S. 32–38.
cite-note-33. ↑ Anhang F zum Herrn der Ringe
cite-note-44. ↑ J. R. R. Tolkien an Deborah Webster, 25. Oktober 1958. In: Humphrey Carpenter (Hrsg.): J. R. R. Tolkien: Briefe. Klett-Cotta, Stuttgart 1991, Nr. 213, S. 377 f., hier S. 378.
cite-note-55. ↑ Humphrey Carpenter: J. R. R. Tolkien. Eine Biographie. 2. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2001, S. 31–36. (Zu Tolkiens glĂŒcklicher Jugend in Sarehole).
cite-note-66. ↑ J. R. R. Tolkien an Rayner Unwin, 3. Juli 1956. In: Humphrey Carpenter (Hrsg.): J. R. R. Tolkien: Briefe. Klett-Cotta, Stuttgart 1991, Nr. 190, S. 328–330; Zitate auf S. 329.
cite-note-77. ↑ Tom Shippey: J. R. R. Tolkien. Autor des Jahrhunderts. Klett-Cotta, Stuttgart 2002, S. 45–52. (Zum gesamten Komplex der Funktion und Darstellung der Hobbits).
cite-note-88. ↑ J. R. R. Tolkien an Deborah Webster, 25. Oktober 1958. In: Humphrey Carpenter (Hrsg.): J. R. R. Tolkien: Briefe. Klett-Cotta, Stuttgart 1991, Nr. 213, S. 377 f., hier S. 378.
cite-note-91. Humphrey Carpenter: The Letters of J. R. R. Tolkien. Brief Nr. 19, S. 32. Houghton Mifflin, Boston 1981, ISBN 0-395-31555-7.
cite-note-1010. ↑ Christoph Rosenkranz: Mittelerde – J.R.R. Tolkien: Weltenbauer und Mythenschöpfer. In: Wunderwelten. Ausgabe 44 (Juli/August) Fanpro Verlag, Erkrath 1998, S. 76–83.
cite-note-1111. ↑ Syconycteris hobbit. In: Ronald Strahan, Pamela Conder (Hrsg.): Dictionary of Australian and New Guinean Mammals. Csiro Publishing, Collingwood, Vic. 2007, ISBN 978-0-643-09167-2, S. 148 (englisch, books.google.se).